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Paradontose – Zahnarztpraxis Dr. Stefanie Walter

PARODONTOSE

Die Volkskrankheit Nr. 1

Mit dem Begriff “Parodontose” oder “Parodontitis” bezeichnet man die “Zahnbetterkrankung”. Von dieser Erkrankung können sämtliche Teile des Zahnhalteapparates betroffen sein: Das Zahnfleisch, der Kieferknochen und auch die Haltefasern, mit denen der Zahn im Kiefer befestigt ist.

Fachleute schätzen, dass über 80 Prozent aller Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland von Zahnfleischproblemen betroffen sind, wie Zahnfleischentzündung, Zahnfleischrückgang oder Zahnfleischbluten – meist ohne es zu wissen.

Da Zahnfleischprobleme in der Regel keine Schmerzen verursachen, werden Sie selten frühzeitig erkannt. Oft wird es auch nicht behandelt, da manche irrtümlicherweise denken, es würde zum normalen Alterungsprozess eines Menschen gehören.

ENTSTEHUNG VON PARODONTOSE / PARODONTITiS

Wer eine gute Mundhygiene beachtet, hat sehr viel höhere Chance,
alle seine Zähne bis ins hohe Lebensalter zu erhalten.

  • Erste Anzeichen einer drohenden Parodontose sind Zahnfleischblutungen z.B. beim Verzehr harter Speisen
  • Die Farbe des Zahnfleischs wandelt sich von blaß-rosa (= gesund) zu dunkelrot (= krank)
  • Zwischen Zahnfleisch und Zahn, sammeln sich feine Speisereste wodurch sich die sonst harmlosen Mundbakterien nun stark vermehren
  • Daraus bilden sich Beläge, dann harter Zahnstein. Hier entsteht die erste Zahnfleischentzündung (Gingivitis)
  • Der Kieferknochen wird gereizt und bildet sich in Folge zurück (Parodontitis)
  • Schwindet im Verlauf der Erkrankung das Zahnfleisch werden die Zähne lockerer und der Knochen wird abgebaut
  • Das Zahnfleisch umschließt dann den Zahn nicht mehr fest, es entstehen zuerst tiefe Zahnfleischtaschen, dann Knochentaschen. Am Ende fallen die Zähne von selbst aus
  • Immundefekte, Stress oder Allgemeinerkrankungen (z.B. Diabetes) allerdings fördern Parodontose

DIE BEHANDLUNG

Gingivitis

Die oberflächliche Gingivitis lässt sich durch gezielte Mundhygienemaßnahmen behandeln. Wichtig ist, dass in jedem Fall die auslösende bakterielle Plaque entfernt wird. Das geschieht durch gezielte Prophylaxemaßnahmen in der Zahnarztpraxis und durch eine Optimierung der häuslichen Mundhygiene. Alter, schlecht sitzender Zahnersatz sowie unebene Zahnfüllungsränder fördern die Ablagerung des Belags. Um die lokale Ansammlung von Plaque zu vermindern, sollte die Mundhöhle nach solchen Stellen untersucht werden und gegebenenfalls alte Füllungen und Zahnersatz ausgetauscht werden.

Parodontitis

Die Behandlung von Parodontose ist weitaus komplexer. Zuerst muss in zwei Vorbehandlungsterminen die gesamte Mundhöhle gereinigt und von Plaque befreit werden.
Anschließend erfolgt die eigentliche Parodontitis-Behandlung – ein Verfahren zur Reinigung und Glättung der Zahnwurzel-oberflächen und zur Entfernung von entzündetem Gewebe aus den Zahnfleischtaschen. Besonders tiefe Zahnfleischtaschen erfordern ein weiteres chirurgisches Vorgehen.

Die genaue Abfolge der “PA-Behandlung” hängt vom individuellen Befund ab.

SINNVOLLE WEITERE MASSNAHMEN

Je nach Befund können zusätzliche Maßnahmen sinnvoll sein,
die eine Behandlung und den Heilungsprozess unterstützen.

Chlorhexidin – Chip:
Durch das Einlegen von kleinen Chips in die Zahnfleischtaschen erfolgt eine Freisetzung von desinfizierenden Substanzen über einen Zeitraum von bis zu drei Monaten. Dadurch kann eine erneute Infektion der Zahnfleischtasche gleich nach der Reinigung verhindert werden.

Schmelz-Matrix-Proteine:
Schmelz-Matrix-Proteine sind spezielle Proteine, die helfen, den natürlichen Zahnhalteapparat wieder aufzubauen der aufgrund einer Parodontalerkrankung verloren gegangen ist, so dass er fast wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt wird.

Erregerbestimmung und -Bekämpfung:
Fortschritte in der Mikrobiologie ermöglichen die Bestimmung des Erregerspektrums und die Identifizierung der vorherrschenden Erregerspezies. Mit Hilfe eines Spezial-Kits werden Bakterienproben aus den Zahnfleischtaschen entnommen und mikro-biologisch ausgewertet. Auf Grundlage dieses Ergebnisses wird eine Kombination passender Antibiotika zusammengestellt, die speziell gegen das Erregerprofil wirksam sind. Während der Parodontitisbehandlung wird so nicht nur mit Handinstrumenten in der Mundhöhle gearbeitet, sondern die Bakterien werden auch systemisch über den Blutkreislauf bekämpft.

VERHINDERUNG EINER ERNEUTEN PARODONTOSE

Selbst nach erfolgreicher Beseitigung der Parodontitis besteht die Gefahr des Rückfalls. Darum ist eine regelmäßige Nachsorge nötig, um eine erneute Entzündung entgegenzuwirken. Die wichtigste Voraussetzung für den dauerhaften Behandlungserfolg ist die umfassende und konsequente häusliche Mundhygiene.

Neben dem Zähneputzen sollte auf eine gute Zahnzwischenraumpflege und eine Entfernung von Belägen auf dem Zungenrücken geachtet werden. Daneben ist es wichtig, die bekannten Risikofaktoren, wie Rauchen, zu minimieren. Die professionelle Zahnreinigung sollte man drei- bis viermal im Jahr durchführen lassen.
Außerdem sind halbjährliche Kontrollen beim Zahnarzt empfehlenswert. Bei erhöhtem Risiko, zum Beispiel durch eine Schwangerschaft, können die Prophylaxe-Intervalle auch verkürzt werden.